Anfang des Jahres 1953 entschloss sich der damalige Pastor unserer Gemeinde, Herr Prof. Dr. Josef Görgen, innerhalb der Kath. Jugend einen Spielmannszug zu gründen.

Nachdem sich innerhalb der Jugend genügend Interessenten gefunden hatten, beschaffte der Herr Pastor die ersten Instrumente. Mit sechs Fanfaren, vier Trommeln und sechs Flöten wurde der Grundstein des Instrumentariums gelegt. Auf Anfrage des Herrn Pastor erklärten sich Herr Jakob Heck (Fanfaren), Herr Valentin Butz (Flöten) sowie Herr Nikolaus Loris (Trommeln) bereit, die Ausbildung der ersten Vereinsmitglieder zu übernehmen.

Die ersten Proben fanden auf dem Hundedressurplatz am Ensdorfer Wald statt. In relativ kurzer Zeit zeigte es sich, dass das Interesse am Flötenspiel nach und nach zurückging und schließlich ganz versiegte. Einige der Flötisten wechselten in das Lager der Fanfarenbläser und Trommler über. In der ersten Zeit bildete sich ein Kern von Spielern, die dem Verein noch Jahre und jahrzehntelang die Treue hielten. Im übrigen herrschte ein reges Kommen und Gehen. Nach einem knappen Jahr mussten Herr Heck und auch Herr Loris aus gesundheitlichen Gründen die Ausbildung einstellen und Herr Martin Schmitt erklärte sich bereit, den Verein für eine kurze Übergangszeit zu übernehmen.

Zu dieser Zeit durfte der Verein einen Schulsaal der Knabenschule als Probenraum benutzen. Bereits nach wenigen Proben stellte Herr Martin Schmidt den Mitgliedern des Vereins einen Mann vor, dem er das weitere Geschick des Fanfarenzuges in die Hände legen wollte. Dieser Mann war niemand anders als Josef Schmidt, unser „Fanfaren-Jupp“. Schon in frühester Jugend führendes Mitglied im Bann-Musikzug und auch in späterer Zeit musikalisch tätig, war er der richtige Mann, um den Fanfarenzug der Kath. Jugend vorwärts zu bringen und auf seinen ersten Auftritt vorzubereiten.

Während dieser ganzen Zeit haben es unser Herr Pastor sowie seine jeweiligen Kapläne nicht versäumt, den Jungen vom Fanfarenzug und ihren jeweiligen Leitern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Vor allem unser Fanfaren-Jupp hat es verstanden, ein enges, herzliches Band zwischen dem Fanfarenzug und der Kirchengemeinde zu knüpfen.

Als 1954 das Projekt Hasenberg in Angriff genommen wurde, beteiligten sich mehrere junge Mitglieder des Fanfarenzuges auch am Aufbau dieser Kulturstätte.

Der erste Auftritt des Fanfarenzuges fand anlässlich des 25jährigen Priesterjubiläums von Prof. Dr. Josef Goergen am 18.03.1956 statt.

Dass der Verein für sein Wirken in der Öffentlichkeit gut vorbereitet war, zeigt wohl die Tatsache, dass er bereits im gleichen Jahr, im Juli 1956, mit gutem Erfolg an einem Wettstreit für Fanfarenzüge in Bliesen teilnahm.

Am 21.06.1959 fand in Fenne ein Wettstreit statt. Wir erreichten den 1. Platz und erhielten vom Kultusminister einen Ehrenpreis

Bereits 1957 erfreute der Fanfarenzug die Bevölkerung nicht nur musikalisch, sondern wurde auch, dank seines Leiters Josef Schmidt, auf einem anderen Sektor der Unterhaltung tätig.

In diesem Jahr veranstaltete der Verein unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Saale Hiery seinen ersten „Bunten Abend“. In den folgenden Jahren wurden diese Veranstaltungen zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens in Ensdorf. Aber nicht nur die Bürger von Ensdorf erfreuten sich dieser Darbietungen. Weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus wurde der Fanfarenzug bekannt. So wurden zum Beispiel Bunte Abende in Saarbrücken, Oberthal, Altforweiler, ja sogar in Gersbach in der Pfalz zu großen Erfolgen für unseren Verein und hinterließen bleibende Erinnerungen.

Im Jahre 1961 lebte, dank des Fanfarenzuges, in Ensdorf der Karneval wieder auf. Der Fanfarenzug veranstaltete in diesem Jahr unter der Regie seines Leiters seine erste Kappensitzung. Der Saal Loris fasste bei weitem nicht die karnevalsbegeisterte Menge, die an diesem Ereignis teilnehmen wollte. Diese Kappensitzungen, die Jahr für Jahr bis 1971 stattfanden, waren für den Verein ein großer Erfolg, der auch in der Presse begeisterte Kritiker fand.

Natürlich wurde in dieser Zeit die musikalische Seite nicht vernachlässigt. Im Gegenteil, wo immer in der Gemeinde eine öffentliche Veranstaltung stattfand war der Fanfarenzug mit von der Partie.

Leider führten andere Interessen und nicht zuletzt auch das Fernsehen, vor allem bei den jüngeren Mitgliedern, dazu, dass der Probenbesuch und die Teilnahme an Auftritten des Vereins rapide abnahm. Das ging soweit, dass der Verein Ende 1971 aufgegeben werden musste. Von diesem Zeitpunkt an war in Ensdorf auch die „Faasend“ tot, da kein anderer Verein in der Lage war, die vom Fanfarenzug begonnene Tradition fortzuführen.

Im Inneren der älteren Mitglieder aber lebte der Fanfarenzug weiter! An Stammtischen und bei anderen Begegnungen wurde immer wieder von „früher“ geredet. Immer wieder hieß es: „Weißt Du noch damals...“.

So dauerte es nur ein knappes Jahr, bis einige der „Alten“ bei unserem Fanfaren-Jupp vorstellig wurden und ihn baten, doch wieder neu zu beginnen.

Nachdem auf einer sofort einberufenen Versammlung die älteren Mitglieder erneut ihr Interesse bekundeten und volle Unterstützung zusagten, erklärte sich Josef Schmidt bereit, den Fanfarenzug wieder zu eröffnen und zu leiten.

Der erste Wiederauftritt des Fanfarenzuges fand am 15. und 18. August 1974 anlässlich des großen Pfarrfestes statt.

Was mancher nicht zu hoffen wagte, ging dennoch in Erfüllung. Wie Phönix aus der Asche stieg der Verein stärker und leistungsfähiger als je zuvor aus der Versenkung hervor. Dass dieses nur mit großer Anstrengung aller Beteiligten möglich war, versteht sich von selbst.

Am 04.03.1982 wurde Herrn Josef Schmidt (Fanfaren-Jupp) durch den Bundespräsidenten Karl Carstens in Anerkennung der um Staat und Volk erworbenen Verdienste die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Unter Teilnahme zahlreicher Gäste und der Schirmherrschaft des Gründers Prof. Dr. Josef Görgen bot man einen reichhaltigen Mix an musikalischen Leckerbissen auch mit Musikern aus den eigenen Reihen des Vereins dar.

Ein weiterer Höhepunkt des Vereinslebens war das Fest anlässlich des 30-jährigen Bestehens im September 1984

Nach 30-jähriger Tätigkeit als Leiter des Fanfarenzuges der Katholischen Jugend Ensdorf wurde Josef Schmidt von dem neuen Dirigenten Werner Ehre und Dechant Gerd Bichler geehrt und verabschiedet.

Anlässlich der am 25.01.1985 durchgeführten Jahreshauptversammlung wurde Josef Schmidt für seine Verdienste um den Fanfarenzug zum Ehrendirigenten ernannt. Nach der Feier des 30-jährigen Bestehens übernahm Herr Werner Ehre den Verein. Ein starker Mitgliederschwund setzte gleichzeitig mit dem Stabwechsel ein. In dieser Zeit wurden Bestrebungen eingeleitet, dem Verein eine Satzung zu geben und ihn in das Vereinregister einzutragen. Durch gezielte Freizeitaktionen sowohl bei den Jugendlichen als  auch den Erwachsenen konnten wieder neue Mitglieder geworben werden. Eine Nachtwanderung, ein Zeltlager in Besch an der Obermosel und eine Familientagesfahrt nach Heidelberg – um nur einige der durchgeführten Aktionen anzusprechen – trugen dazu bei, die Kameradschaft im Fanfarenzug zu stärken und zu festigen.

Das 35-jährige Stiftungsfest im Jahre 1988 bildete die finanzielle Grundlage zur Anschaffung von Uniformjacken und Fanfarentüchern. Darüber hinaus kam man überein, von den Liedermärschen abzugehen und ausschließlich altdeutsche Fanfarenmärsche und Signale zu spielen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, wurden im Jahre 1989 weitere Naturfanfaren sowie vom Klangbild und der Größe einheitliche Landsknechttrommeln angeschafft.  Damit einher ging die Öffnung des Vereins für aktive weibliche Mitglieder.

 Seit Begründung der Partnerschaft zwischen unserer Gemeinde und den französischen Kommunen Wizernes und Hallines im Jahre 1987 fördert der Fanfarenzug die länderüberschreitenden Begegnungen. Die überaus guten Beziehungen zu französischen Vereinen führten 1991 zur Ausrichtung des „Deutsch-Französischen Fanfaren- und Musiktreffens“.

Die über 20 Jahre währende freundschaftliche Beziehung zum Panzerbataillon 153 Koblenz wurden leider durch die Auflösung der Einheit in 1992 beendet. Ebenso pflegt der Fanfarenzug bis heute gute Beziehungen zur Artillerieschule der Bundeswehr in Idar-Oberstein.

1993 richtete der Fanfarenzug unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in den Ensdorfer Parkanlagen sein 40-jähriges Stiftungsfest aus.

Seit 1992 bemühte sich der Verein um eine Aufnahme in den Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge. Zwecks Vorstellung wurde im Juli 1994 anlässlich des Verbandstreffens in Bad Bergzabern aufgespielt. Leider passte unsere Uniformen nicht in das Gesamtbild des Verbandes. Mit großen Anstrengungen, der Beteiligung zahlreicher Spender sowie der Mithilfe der Kirchen- als auch der Zivilgemeinde gelang es, eine Landsknechtsuniform in den Gemeindewappenfarben anzuschaffen. Im März 1995 beschloss die Verbandsversammlung einstimmig, den Fanfarenzug Ensdorf als 49-sten Verbandsfanfarenzug in den „Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge“ aufzunehmen. Am 11.November 1995 erfolgte der erste Auftritt als Landsknechtsfanfarenzug vor geladenen Gästen im Bergmannsheim. Seit diesem Tag übernahm Wolfgang Baltes die musikalische Leitung des Vereins. Fahnenschwinger, Hellebardenträger und Marketenderinnen bereichern fortan das Auftrittsbild.

Die Mitglieder sind stolz darauf, seit Juli 1996 keine Verbandsveranstaltungen versäumt zu haben.

Zum 45-jährigen Bestehen wurden die Vereinsstandarte sowie mehrere Fahnen im Rahmen eines großen Festes eingeweiht. Gleichzeitig besiegelte der Verein seine langjährige Freundschaft zum 1. Regiment der Französischen Pz. Curassiers mit einer Partnerschaft. Leider löste sich das Regiment kurze Zeit später auf.

 Um ein bleibendes Andenken an die Musik des Fanfarenzuges zu erhalten, produzierte man im Sommer 1999 eine CD.

Aufgrund der langjährigen guten Beziehungen zum Musikverein Miesbach/Bayern nahm der Fanfarenzug  im Jahre 2000 am Festumzug des Münchener Oktoberfestes teil.

Nach diesem Auftritt übernahm Herr Andreas Beck die Aufgaben des Zugführers.

Als Generalprobe für das Verbandstreffen 2003 richtete der Fanfarenzug im Jahre 2001 das Sektionstreffen der Sektion West in der Ensdorfer Parkanlage aus.

Mitte 2002 begannen dann die Vorbereitungen für das 50-jährige Bestehen und das 46. Verbandstreffen des VSF unter Leitung des neuen Vorsitzenden Werner Ehre.

Zum Verbandstreffen 2003 kam 30 Fanfarenzüge aus dem südwestdeutschen Raum. Höhepunkt eines jeden Treffen ist das Gemeinschaftsspielen bei der ca. 500 Musiker gemeinschaftlich die ausgewählten Verbandsmärsche spielen.

Im Jahre 2006 nahm man als Vertreter des Saarlandes an den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einhait in Kiel teil.

 

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